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Rota Vicentina – Der Fischerpfad

Von Faro bis nach Lissabon

Wir starteten unser Abenteuer im verträumten Faro, das Ziel war das bunte Lissabon, von wo aus in zehn Tagen unser Flug nach Hause gehen sollte. Mit Zug, Bus und zu Fuß wollten wir diesen Weg zurücklegen. Die ersten Tage verbrachten wir in der Nähe von Lagos. Nach zwei Tagen Entspannung hielten wir es am dritten Tag nicht mehr aus und schnürten die Wanderschuhe, um die Küsten und Strände in der Umgebung zu erkunden. Wir hatten uns im Vorfeld für den Super Leggera GTX entschlossen, der den felsigen Bedienungen und dem Sand trotzen sollte. Es war die beste Entscheidung.

Am vierten Tag starteten wir mit dem gesamten Gepäck am Rücken unseren Fußmarsch. Wir entschieden uns für Rogil als Ausgangspunkt. Die Wanderung von dort nach Odeceixe dem eigentlichen Startpunkt des Fischerpfades belief sich auf 15 km. Es war ein wunderschöner Auftakt und ließ bei uns die Vorfreude auf die nächsten Tage ins unermessliche steigen.

Seinen Namen verdankt der Weg den Fischern, welche die ursprünglichen Benutzer der Pfade waren und sich auch heute noch ihren Weg zum Meer durch Dünen und Klippen suchen.

Wie wir bald feststellten, gingen wir den Weg in die „falsche“ Richtung nämlich von Süden nach Norden. Die meisten Leute kommen von Lissabon und starten in Porto Covo Richtung Süden. Diesem Umstand verdankten wir die einsamen Stunden am Vormittag. Wenn die Vorbeikommenden mehr wurden, wussten wir auch ohne Blick auf die Uhr, dass es langsam Zeit für die Mittagspause wurde und die Hälfte des Weges hinter uns lag.

Und da links ist dann Amerika

Unsere erste Etappe am Fischerpfad führte uns am Rand der Klippen entlang von Odeceixe nach Zambujeira do Mar. Wir waren überwältigt von der Kraft die das Meer und der Wind auf uns ausübte. Immer wieder kam mir der Gedanke, dass das das schönste war, was ich je an unberührter Natur über Wasser gesehen hatte. Nicht nur das Meer und die Klippen waren beeindruckend, auch die Flora die uns umgab war es. Alles war grün und überall blühte es lila, rot und weiß.

Unsere nächste Etappe nach Almograve war die längste und zeichnete sich durch Dünen und viele sandige Wege aus. Es war anstrengend aber immer wieder belohnte der unglaubliche Ausblick die Mühen. In diesem Abschnitt des Weges waren wir besonders froh über unser gutes Schuhwerk. Kleine Abstecher ins Landesinnere führen uns durch Kiefernwälder, vorbei an Äcker und Felder oder durch kleine Dörfer die einen Einblick gewähren ließen in die oft noch bescheidenen Verhältnisse des Landes.

Von Almograve nach Vila Nova de Milefontes war es hingegen nur ein Katzensprung. Die größeren Dörfer, in denen wir vorbei kamen und übernachten schienen alle bescheiden geblieben zu sein. Sie boten alle denselben Anblick mit weißen niedrigen Häusern und roten Dächern und hin und wieder blitzen blaue Balken auf.

Die letzte Etappe nach Porto Covo wollten wir nochmal so richtig genießen. Die Klippen wurden immer flacher bis wir zum Schluss am Strand entlang spazierten und einen kleinen Abstecher ins eiskalte Meer wagten. Die Wellen spülten alle Anstrengung der letzten Tage weg und was blieb war pure Freude über die wunderbare Erfahrung.

Die letzten Kilometer nach Lissabon legten wir am nächsten Tag mit dem Bus zurück. Der Kontrast der so lebendigen Stadt zur Ruhe der Natur der letzten Tage war enorm. Aber wir genossen auch diesen Abschnitt unserer Reise sehr und auch in der Stadt mit ihren vielen steilen gepflasterten Straßen waren wir froh, über unsere festen Schuhe.