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KOMM ZU DIR – DANN KOMMST DU WEITER!

Ich durfte heuer zum ersten Mal in meinem Leben eine Kur – ein sogenanntes Heilverfahren machen und war diesbezüglich anfangs etwas zweigespalten. 3 Wochen Zeit nur für mich? Keine beruflichen Termine und Verpflichtungen? Ich soll mich 24 Stunden um mich kümmern und auf mich schauen – und nur Dinge tun, die mir gut tun?

Der Zeitpunkt war schlussendlich perfekt, denn aus „pandemischen“ Gründen gab es weder berufliche Termine noch sonstige Verpflichtungen und ich konnte mich voll und ganz auf das „Projekt“ Heilverfahren einlassen.

Ich hatte das große Glück, in meiner Wunschgegend und meinem Wunschhotel einen Platz zu bekommen (momentan vermeiden viele Personen die Kur) und reiste voller Erwartung und Vorfreude, aber auch einer Portion Ehrfurcht mit einem voll gepackten Auto an. Schließlich kann ja niemand das Wetter für 3 Wochen vorhersagen – und was genau man dann an Büchern, Kleidung, Schuhen und Pflegeartikeln braucht, lässt sich auch nicht so einfach im Vorfeld feststellen. Also lieber „alles“ mitnehmen und nur die Hälfte brauchen als umgekehrt.

Das Zimmer war bezogen (quasi angefüllt), die Infomappe durchstudiert, das Abendessen im Magen – und was jetzt? „Du hast Zeit für alles, was du magst“, dachte ich mir. Nur was mag ich jetzt gerade? Lesen, schlafen, telefonieren, nachdenken, entspannen, duschen, spazieren gehen? Die Möglichkeiten schienen unendlich und mit ihnen machte sich eine Leere in mir breit. Ich darf alles (was mir gefällt) tun – und mag gar nichts davon? Oder kann ich mich bloß nicht entscheiden? Warum fühle ich mich antriebslos, wo ich doch sonst so aktiv bin? Was ist los mit mir? War es die richtige Entscheidung, hier her zu kommen?

Viel zu viele Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum. Ich war keineswegs unglücklich – sondern lediglich überfordert. Und zwar überfordert mit zu viel freier Zeit. Das mag für manche eigenartig klingen, aber diese Herausforderung gibt es tatsächlich. Anstatt einfach mal anzukommen und abzuwarten, wollte ich die freie Zeit sofort zu 100% nützen (so macht man es doch in meinem Leben ;) ). Der erste Abend beinhaltete noch ein beruhigendes Telefonat mit meiner Schwester und ein Glas Wein.

Am ersten Tag ging es bereits mit „vollem Programm“ (in dem Fall: ein gut gefüllter Therapieplan, den man IMMER dabeihaben muss) los. Das gestaltete sich augenblicklich nach meinem Geschmack. Verplante Zeiten mit neuen Aktivitäten (zum Teil auch „Passivitäten“) und dazwischen Zeit für Essen und viel frische Luft samt Bewegung. Dieses Schema, nach einem Kalender zu „leben“, kannte ich und studierte diesen ab sofort ebenso häufig wie meinen zu Hause.

Dennoch stellte ich rasch Unterschiede fest (na Gott sei Dank ;) ) – hier dreht sich alles wirklich nur um mich. Es gibt keine Stunde am Tag, in der nicht ich im Mittelpunkt stehe. Alles ist für mich (die abwechslungsreichen Therapien, das saubere Zimmer, das gute Essen) – und die Zeiten dazwischen sind von mir – und zwar ebenfalls für mich (lange Wanderrunden, neue Laufstrecken, zahlreiche Längen im Pool, ein gutes Buch, herzliche Telefonate).

Da sich die „Planung“ während der Kur mit meiner akribischen Organisation zu Hause gut vergleichen ließ, gewöhnte ich mich schnell ein und schätzte die Vorzüge (alles für mich?!?) von Beginn an unglaublich.

Ich lebte mich voll und ganz ein und es gestaltete sich jeder Tag als ein Gewinn. Ein Gewinn an Körpergefühl, Lebensfreude und Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Tatsache, dass ich dieses „Geschenk“ (das Heilverfahren) so gut annehmen kann und die Wochen hier so sehr genießen kann. Zugegebener maßen habe ich mich manchmal ein wenig zu sehr gefordert (überfordert) hinsichtlich Aktivitäten und Bewegung, aber dafür durfte ich erkennen, wie man ganz einfach für guten Schlaf sorgt.

Zusammengefasst waren es unvergessliche, wunderbare und sehr prägende Wochen, die mich Schritt für Schritt (noch) näher zu mir gebracht hat. In einer für mich sehr schweren Zeit, wo ich im Vorfeld nie gedacht hätte, dass ich strahlen kann und Leichtigkeit in mir verspüren darf. Diese (wichtigen) Schritte zu mir brachten mich weiter. Und ich möchte noch viele weitere Schritte in diese Richtung gehen.

VIELEN LIEBEN DANK an alle, die diese Zeit ermöglicht haben und die daran beteiligt waren, dass sie so wundervoll für mich war!

 

PS: Hier noch ein paar Outtakes – für alle, die noch ein paar Details mehr wissen möchten :) … für die Team-Challenge-Kenner unter euch: mir war gar nicht bewusst, was man mit einer Schwimmnudel alles bei der Unterwasser-Gymnastik an anstrengenden Fitness-Übungen machen kann … ich dachte immer, die Schwimmnudel sei für unseren berühmten „IN A TEAM-Schwimmnudellauf“ erfunden worden ;) .

Und beim Längenschwimmen hätte ich nahezu von einem „Mitbewohner“ einen Strafzettel bekommen, weil er meinte, so schnell, wie ich schwimme, müsste ich aufpassen, dass ich keine Radarstrafe bekomme ;) .

Weniger lustig war es zu erleben, dass ein Kurgast der Meinung war, ich sei sein auserwählter Kurschatten (er hatte darin offenbar schon Erfahrung und andere Male auch Erfolg) – und dies, obwohl ich mehrfach entschieden betonte, dass diese Meinung lediglich seine ist und ich mich klar davon distanziere. Doch dank dem umsichtigen und achtsamen Personal hat es der aufdringliche Herr nicht länger geschafft, mich erfolgreich zu belästigen.